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Einführung

Der Raspberry Pi ist ein kreditkartengroßer Einplatinencomputer, der von der Raspberry Pi Foundation entwickelt wurde. Die Platine enthält im Wesentlichen das Ein-Chip-System BCM 2835 von Broadcom mit dem 700-MHz-Prozessor ARM1176JZF-S sowie 256 MB Arbeitsspeicher. Im Oktober 2012 erhielt das Model B ein Upgrade und wird seitdem mit 512 MB Arbeitsspeicher ausgeliefert. Das Modell B hat zudem eine Ethernet-Schnittstelle und einen zweiten USB-Anschluss. Linux und andere Betriebssysteme, welche die ARM-Architektur unterstützen, können installiert werden. Eine Festplattenschnittstelle ist nicht vorhanden. Stattdessen können Speicherkarten (SD bzw. MMC) als nicht-flüchtiger Speicher oder externe Festplatten und USB-Sticks über den USB-Port benutzt werden.


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Entwicklung

Ein Prototyp mit einem Atmel-ATmega644-Mikrocontroller wurde im Jahr 2006 produziert. Die Schaltpläne der Platine wurden veröffentlicht. Die Leistungen des Gerätes überzeugten die Entwickler nicht. Durch den zu diesem Zeitpunkt eintretenden Booms von Smartphones kamen jedoch geeignete ARM-Prozessoren auf den Markt. Man fand mit dem BCM2835 einen billigen Prozessor mit verhältnismäßig hoher Leistung und entwarf für diese CPU eine neue Mehrlagenplatine. Für den Atmel war man noch mit einer Lochrasterplatine ausgekommen. 50 Alpha-Boards wurden im August 2011 geliefert. Diese Platinen waren funktional identisch mit dem späteren Model B des Raspberry Pi, aber größer, um Messpunkte zur Fehlersuche zu beherbergen. Die Verkaufsversion hat die Größe einer Kreditkarte. Auf diesen Versuchsplatinen wurde bereits gezeigt, dass die Desktop-Umgebung LXDE unter Debian sowie Quake 3 und H.264-Videos mit einer Auflösung von 1080p via HDMI funktionieren. Seit Herbst 2012 wird eine leicht veränderte Version 2 verkauft. Sie hat zwei Befestigungslöcher und einige Pins sind anders belegt. Etwa zeitgleich konnte aufgrund der unerwartet großen Verkaufszahlen auch die Produktion von China nach Wales verlegt werden und der Speicher des B-Modells auf 512 MB verdoppelt werden. Inzwischen (Stand: Oktober 2013) wurden 1,75 Millionen Geräte verkauft, wovon eine Million in Wales produziert wurden. Am 14. Mai 2013 kam ein Kameramodul für den Raspberry Pi in den Handel.


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Idee

Die Motivation hinter der Entwicklung eines preisgünstigen Rechners war die – in Cambridge – sinkende Anzahl an Informatikstudenten und schlechter werdenden Vorkenntnisse der Informatikstudienanfänger. Für einen der Gründe hielt man, dass Computer heute häufig teuer und komplex sind und Eltern ihren Kindern häufig verbieten, auf dem Familien-PC zu experimentieren. Man wollte Jugendlichen einen günstigen Computer zum Experimentieren und Programmieren lernen geben. Dabei stützt man sich, wie in der Anfangszeit der Heimcomputer (z. B. IMSAI 8080, Apple I, Sinclair ZX80), bewusst auch auf den Spaßfaktor beim Erlernen der Computergrundlagen und -programmierung.


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Namensgebung und Logo

Der Name ist phonetisch identisch mit dem englischen Wort für Himbeerkuchen, raspberry pie. Das „Pi“ steht für „Python Interpreter“, ursprünglich sollte der Rechner mit fest eingebautem Interpreter für die Programmiersprache Python geliefert werden, ähnlich wie die Homecomputer der achtziger Jahre mit Basic. Die „Himbeere“ knüpft an die Tradition an, Computer nach Früchten zu benennen, wie etwa Apple oder Acorn. Das Logo des Projekts wurde im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs ausgewählt. Es zeigt eine stilisierte Himbeere, deren Form von einem Buckminster-Fulleren abgeleitet ist.


Organisation

Die Raspberry Pi Foundation ist eine Stiftung und in Großbritannien als Wohltätigkeitsorganisation eingetragen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Studium der Informatik und verwandter Themen zu fördern, insbesondere im Schulbereich. Sie wurde am 5. Mai 2009 in Caldecote, South Cambridgeshire, Großbritannien gegründet. Die Treuhänder der Stiftung sind:

David Braben
Gründer der Computerspielefirma Frontier Developments und Mitautor des Computerspiels Elite
Jack Lang
früherer Acorn-Mitarbeiter, Business Angel und Gründer einiger Start-Ups im Umfeld der Cambridge-Universität
Pete Lomas
Gründer und MD der Firma Norcott Technologies
Robert Mullins
University of Cambridge Computer Laboratory and St. John’s College in Cambridge
Alan Mycroft
Professor im Bereich '“Computing in University”' am Cambridge Computer Laboratory
Eben Upton
Ingenieur bei Broadcom Europe, Gründer einiger Software-Start-Ups und früherer Direktor im Bereich Informatik am St. John’s College in Cambridge


Bilder

Hier finden Sie einige Bilder zu mit dem Raspberry PI realisierten Projekten.

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Kamerasteuerung

Hier wurde der Raspberry PI dazu genutzt, eine Kamera zu bewegen, welche auf eine Schiene befestigt ist.

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Retro Games

Hier wurde der Raspberry PI dazu genutzt, einen alten Retro Games Arcade Automat zu realisieren.

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Connection Machine

Hier wurde der Raspberry PI dazu genutzt, eine 24x24LED Matrix anzusteuern und lustige Sachen darauf zu machen.


Video


Spezifikationen



Model A Model B
Preisempfehlung: 25 US-$ 35 US-$
GPU: Broadcom VideoCore IV
Arbeitsspeicher (SDRAM): 256 MB 512 MB (bis Oktober 2012: 256 MB)
Größe: Kreditkartengröße 85,60 mm × 53,98 mm × 17 mm
USB 2.0 Anschlüsse: 1 2 (über integrierten Hub)
Videoausgabe: FBAS, HDMI
Tonausgabe: 3,5 mm-Klinkenstecker (analog), HDMI (digital)
Nicht-flüchtiger Speicher: SD (SDHC und SDXC)/MMC/SDIO-Kartenleser
Netzwerk: - 10/100 MBit Ethernet-Controller
SoC: Broadcom BCM2835
Schnittstellen: Bis zu 16 GPIO-Pins, SPI, I²C, UART,EGL
Leistungsaufnahme: 5 V, 500 mA (2,5 Watt) 5 V, 700 mA (3,5 Watt)
Stromversorgung: 5 V Micro-USB-Anschluss (Micro-B)
Betriebssysteme: GNU/Linux, BSD, RISC OS, Plan 9

About

Diese Website enstand im Rahmen der Vorlesung "Mobile Computing und Internet der Dinge" am KIT im WS14/15. Sie dient zu Demozwecken für Responsive Design und soll eine Informationsquelle für Interessierte am Minicomputer Rasperberry PI sein.